DSGVO-konforme Patentsoftware: Worauf Kanzleien achten müssen
Datenschutz in der Patentpraxis: Erfahren Sie, welche Anforderungen DSGVO-konforme Patentsoftware erfüllen muss und wie Sie Mandantendaten schützen.

DSGVO-konforme Patentsoftware: Der vollständige Leitfaden für Kanzleien
Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) stellt besondere Anforderungen an Patentanwaltskanzleien. Mandantendaten, Erfindungsmeldungen und Patentstrategien gehören zu den sensibelsten Informationen überhaupt. Dieser Artikel erklärt, worauf Sie bei der Wahl Ihrer Patentsoftware achten müssen.
Warum Datenschutz für Patentanwälte besonders wichtig ist
Sensible Daten in der Patentpraxis
Patentanwälte verarbeiten täglich hochsensible Informationen:
- Erfindungsgeheimnisse: Noch nicht veröffentlichte technische Innovationen
- Geschäftsstrategien: Wettbewerbsinformationen und Marktanalysen
- Personenbezogene Daten: Erfindernamen, Kontaktdaten, Vergütungsansprüche
- Mandantenkorrespondenz: Vertrauliche Kommunikation
Berufsrechtliche Pflichten
Neben der DSGVO unterliegen Patentanwälte zusätzlichen Geheimhaltungspflichten:
- § 39a PatAnwO: Verschwiegenheitspflicht
- Standesrecht: Berufsordnung der Patentanwaltskammer
- Mandatsvertrag: Vertragliche Geheimhaltungsvereinbarungen
DSGVO-Anforderungen an Patentsoftware
1. Datenverarbeitung in der EU
Die DSGVO sieht strenge Regelungen für die Übermittlung von Daten in Drittländer vor.
Anforderungen:
- Server-Standort innerhalb der EU/EWR
- Keine Datenweitergabe an US-Unternehmen ohne Standardvertragsklauseln
- Keine Verarbeitung in Ländern ohne angemessenes Datenschutzniveau
WunderIP-Lösung: Alle Daten werden ausschließlich auf europäischen Servern in Deutschland verarbeitet. Keine Datenübertragung außerhalb der EU.
2. Auftragsverarbeitung (Art. 28 DSGVO)
Wenn Sie Cloud-basierte Patentsoftware nutzen, benötigen Sie einen Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV).
Der AVV muss enthalten:
- Gegenstand und Dauer der Verarbeitung
- Art und Zweck der Verarbeitung
- Art der personenbezogenen Daten
- Technische und organisatorische Maßnahmen (TOMs)
3. Technische und organisatorische Maßnahmen
DSGVO-konforme Software muss angemessene Sicherheitsmaßnahmen implementieren:
| Maßnahme | Anforderung |
|---|---|
| Verschlüsselung | Ende-zu-Ende für Datenübertragung und Speicherung |
| Zugangskontrolle | Rollenbasierte Berechtigungen |
| Protokollierung | Audit-Logs für alle Zugriffe |
| Backup | Regelmäßige, verschlüsselte Sicherungen |
| Löschkonzept | Automatisierte Datenlöschung nach Aufbewahrungsfrist |
4. Betroffenenrechte gewährleisten
Ihre Patentsoftware muss die Ausübung von Betroffenenrechten unterstützen:
- Auskunftsrecht (Art. 15): Export aller gespeicherten Daten
- Recht auf Löschung (Art. 17): Vollständige Datenlöschung auf Anfrage
- Recht auf Datenübertragbarkeit (Art. 20): Maschinenlesbarer Datenexport
Besondere Risiken bei KI-basierter Patentsoftware
Datenverwendung für KI-Training
Viele KI-Anbieter nutzen Nutzerdaten zum Training ihrer Modelle. Dies ist bei Patentinformationen absolut inakzeptabel.
Fragen Sie Ihren Anbieter:
- Werden meine Anfragen für KI-Training verwendet?
- Können andere Nutzer auf meine Daten zugreifen?
- Wie werden die Daten nach der Verarbeitung gelöscht?
WunderIP-Garantie: Mandantendaten werden niemals für KI-Training verwendet. Alle Anfragen werden isoliert verarbeitet und nach der Sitzung gelöscht.
US Cloud Act und FISA
US-amerikanische Anbieter unterliegen dem Cloud Act und FISA Section 702. Diese Gesetze können US-Behörden Zugriff auf Daten ermöglichen – auch wenn die Server in der EU stehen.
Risikominimierung:
- Bevorzugen Sie europäische Anbieter ohne US-Muttergesellschaft
- Prüfen Sie die Unternehmensstruktur Ihres Softwareanbieters
- Vermeiden Sie Dienste von Microsoft, Google, Amazon für sensible Daten
Checkliste: DSGVO-konforme Patentsoftware
Muss-Kriterien
- Server-Standort in der EU
- Auftragsverarbeitungsvertrag verfügbar
- Verschlüsselung im Transit und at Rest
- Keine Datennutzung für KI-Training
- Audit-Logs und Zugriffsprotokolle
- Löschfunktion für Betroffenenanfragen
Sollte-Kriterien
- ISO 27001 Zertifizierung
- SOC 2 Typ II Bericht
- Regelmäßige Penetrationstests
- Europäischer Anbieter ohne US-Beteiligung
- On-Premise-Option für maximale Kontrolle
On-Premise vs. Cloud: Was ist sicherer?
Cloud-Lösung
Vorteile:
- Automatische Updates und Sicherheitspatches
- Professionelles Hosting durch Spezialisten
- Skalierbarkeit
Nachteile:
- Daten außerhalb der Kanzlei
- Abhängigkeit vom Anbieter
On-Premise-Lösung
Vorteile:
- Vollständige Datenkontrolle
- Keine externe Datenverarbeitung
- Erfüllt höchste Sicherheitsanforderungen
Nachteile:
- Eigene IT-Infrastruktur erforderlich
- Höherer Wartungsaufwand
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Praktische Umsetzung in der Kanzlei
1. Risikoanalyse durchführen
Identifizieren Sie, welche Daten Sie verarbeiten und welches Schutzniveau erforderlich ist.
2. Anbieter evaluieren
Prüfen Sie potenzielle Softwareanbieter anhand der obigen Checkliste.
3. AVV abschließen
Schließen Sie vor der Nutzung einen Auftragsverarbeitungsvertrag ab.
4. Mitarbeiter schulen
Sensibilisieren Sie Ihr Team für Datenschutzanforderungen.
5. Regelmäßig überprüfen
Überprüfen Sie die Compliance mindestens jährlich.
Fazit
DSGVO-konforme Patentsoftware ist kein Nice-to-have, sondern eine berufsrechtliche Notwendigkeit. Bei der Auswahl sollten Sie besonders auf europäische Server, Auftragsverarbeitungsverträge und den Ausschluss von Datennutzung für KI-Training achten.
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