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Datenschutz4 Min. Lesezeit

DSGVO-konforme Patentsoftware: Worauf Kanzleien achten müssen

Datenschutz in der Patentpraxis: Erfahren Sie, welche Anforderungen DSGVO-konforme Patentsoftware erfüllen muss und wie Sie Mandantendaten schützen.

Datenschutz-Schild Symbol mit EU-Sternen

DSGVO-konforme Patentsoftware: Der vollständige Leitfaden für Kanzleien

Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) stellt besondere Anforderungen an Patentanwaltskanzleien. Mandantendaten, Erfindungsmeldungen und Patentstrategien gehören zu den sensibelsten Informationen überhaupt. Dieser Artikel erklärt, worauf Sie bei der Wahl Ihrer Patentsoftware achten müssen.

Warum Datenschutz für Patentanwälte besonders wichtig ist

Sensible Daten in der Patentpraxis

Patentanwälte verarbeiten täglich hochsensible Informationen:

  • Erfindungsgeheimnisse: Noch nicht veröffentlichte technische Innovationen
  • Geschäftsstrategien: Wettbewerbsinformationen und Marktanalysen
  • Personenbezogene Daten: Erfindernamen, Kontaktdaten, Vergütungsansprüche
  • Mandantenkorrespondenz: Vertrauliche Kommunikation

Berufsrechtliche Pflichten

Neben der DSGVO unterliegen Patentanwälte zusätzlichen Geheimhaltungspflichten:

  • § 39a PatAnwO: Verschwiegenheitspflicht
  • Standesrecht: Berufsordnung der Patentanwaltskammer
  • Mandatsvertrag: Vertragliche Geheimhaltungsvereinbarungen

DSGVO-Anforderungen an Patentsoftware

1. Datenverarbeitung in der EU

Die DSGVO sieht strenge Regelungen für die Übermittlung von Daten in Drittländer vor.

Anforderungen:

  • Server-Standort innerhalb der EU/EWR
  • Keine Datenweitergabe an US-Unternehmen ohne Standardvertragsklauseln
  • Keine Verarbeitung in Ländern ohne angemessenes Datenschutzniveau

WunderIP-Lösung: Alle Daten werden ausschließlich auf europäischen Servern in Deutschland verarbeitet. Keine Datenübertragung außerhalb der EU.

2. Auftragsverarbeitung (Art. 28 DSGVO)

Wenn Sie Cloud-basierte Patentsoftware nutzen, benötigen Sie einen Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV).

Der AVV muss enthalten:

  • Gegenstand und Dauer der Verarbeitung
  • Art und Zweck der Verarbeitung
  • Art der personenbezogenen Daten
  • Technische und organisatorische Maßnahmen (TOMs)

3. Technische und organisatorische Maßnahmen

DSGVO-konforme Software muss angemessene Sicherheitsmaßnahmen implementieren:

Maßnahme Anforderung
Verschlüsselung Ende-zu-Ende für Datenübertragung und Speicherung
Zugangskontrolle Rollenbasierte Berechtigungen
Protokollierung Audit-Logs für alle Zugriffe
Backup Regelmäßige, verschlüsselte Sicherungen
Löschkonzept Automatisierte Datenlöschung nach Aufbewahrungsfrist

4. Betroffenenrechte gewährleisten

Ihre Patentsoftware muss die Ausübung von Betroffenenrechten unterstützen:

  • Auskunftsrecht (Art. 15): Export aller gespeicherten Daten
  • Recht auf Löschung (Art. 17): Vollständige Datenlöschung auf Anfrage
  • Recht auf Datenübertragbarkeit (Art. 20): Maschinenlesbarer Datenexport

Besondere Risiken bei KI-basierter Patentsoftware

Datenverwendung für KI-Training

Viele KI-Anbieter nutzen Nutzerdaten zum Training ihrer Modelle. Dies ist bei Patentinformationen absolut inakzeptabel.

Fragen Sie Ihren Anbieter:

  • Werden meine Anfragen für KI-Training verwendet?
  • Können andere Nutzer auf meine Daten zugreifen?
  • Wie werden die Daten nach der Verarbeitung gelöscht?

WunderIP-Garantie: Mandantendaten werden niemals für KI-Training verwendet. Alle Anfragen werden isoliert verarbeitet und nach der Sitzung gelöscht.

US Cloud Act und FISA

US-amerikanische Anbieter unterliegen dem Cloud Act und FISA Section 702. Diese Gesetze können US-Behörden Zugriff auf Daten ermöglichen – auch wenn die Server in der EU stehen.

Risikominimierung:

  • Bevorzugen Sie europäische Anbieter ohne US-Muttergesellschaft
  • Prüfen Sie die Unternehmensstruktur Ihres Softwareanbieters
  • Vermeiden Sie Dienste von Microsoft, Google, Amazon für sensible Daten

Checkliste: DSGVO-konforme Patentsoftware

Muss-Kriterien

  • Server-Standort in der EU
  • Auftragsverarbeitungsvertrag verfügbar
  • Verschlüsselung im Transit und at Rest
  • Keine Datennutzung für KI-Training
  • Audit-Logs und Zugriffsprotokolle
  • Löschfunktion für Betroffenenanfragen

Sollte-Kriterien

  • ISO 27001 Zertifizierung
  • SOC 2 Typ II Bericht
  • Regelmäßige Penetrationstests
  • Europäischer Anbieter ohne US-Beteiligung
  • On-Premise-Option für maximale Kontrolle

On-Premise vs. Cloud: Was ist sicherer?

Cloud-Lösung

Vorteile:

  • Automatische Updates und Sicherheitspatches
  • Professionelles Hosting durch Spezialisten
  • Skalierbarkeit

Nachteile:

  • Daten außerhalb der Kanzlei
  • Abhängigkeit vom Anbieter

On-Premise-Lösung

Vorteile:

  • Vollständige Datenkontrolle
  • Keine externe Datenverarbeitung
  • Erfüllt höchste Sicherheitsanforderungen

Nachteile:

  • Eigene IT-Infrastruktur erforderlich
  • Höherer Wartungsaufwand

WunderIP bietet beides: Nutzen Sie unsere sichere EU-Cloud oder installieren Sie WunderLocal auf Ihrer eigenen Infrastruktur – komplett air-gapped ohne Internetverbindung. Mehr zu WunderLocal →

Praktische Umsetzung in der Kanzlei

1. Risikoanalyse durchführen

Identifizieren Sie, welche Daten Sie verarbeiten und welches Schutzniveau erforderlich ist.

2. Anbieter evaluieren

Prüfen Sie potenzielle Softwareanbieter anhand der obigen Checkliste.

3. AVV abschließen

Schließen Sie vor der Nutzung einen Auftragsverarbeitungsvertrag ab.

4. Mitarbeiter schulen

Sensibilisieren Sie Ihr Team für Datenschutzanforderungen.

5. Regelmäßig überprüfen

Überprüfen Sie die Compliance mindestens jährlich.

Fazit

DSGVO-konforme Patentsoftware ist kein Nice-to-have, sondern eine berufsrechtliche Notwendigkeit. Bei der Auswahl sollten Sie besonders auf europäische Server, Auftragsverarbeitungsverträge und den Ausschluss von Datennutzung für KI-Training achten.


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By Dr. Julia Hoffmann, 15. Dezember 2025
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